Pelorinho - Salvador da Bahia

Olodum-Kids

Eindrücke von dem Ort, wo die Musik, die wir spielen ihren Ursprung hat

 

Es ist 19:00 Uhr abends als wir (Jutta, Dagimar, Thomas) ankommen in Salvador da Bahia.

Beim Landeanflug siehst du eine riesengrosse Stadt, die nicht enden will.

Millionen Menschen wohnen hier.

Die Taxifahrt vom Flughafen nach Pelourinho fuehrt ueber 3,4 sogar 5- spurige Strassen. An der ein oder anderen Ampel eine Horde von Jungs, die sofort anfangen, die Fenster von Autos zu putzen, wenn die Ampel auf Rot steht. Der Taxifahrer scheint sie alle zu kennen, ein kurzer Wink mit der Hand und die Jungs wenden sich anderen an der Ampel stehenden Fahrzeugen zu.

In unserer Pousada angekommen - direkt gegenüber von Pelourinho - ist es warm. In den Zimmern, dank Klimaanlage einigermaßen erträglich. Die Pousada ist mit ihren ca 30 Zimmern für hiesige Verhältnis eher gross. Die Zimmer schlicht eingerichtet, aber kein Ikea. Hier hält man sich nur zum Schlafen auf, draussen ist es schöner. Wir sitzen an der Bar trinken Bier und lauschen dem Trommelgewirr auf dem gegenüberliegenden Hügel – Pelourinho.

Kaum zu orten sind es 2, 3 oder 4 Gruppen die da spielen. Es ist Dienstagabend, aber wie uns unser freundlicher Barkeeper „Beto“ versichert, ist das in den Monaten vor Karneval jeden Abend so. Unfassbar.

Wir beschließen, obwohl hundemüde uns das Treiben noch heute abend von nahem anzuschauen. Die Neugier ist größer als die Müdigkeit.

OLODUM

Von unserer Pousada sind es gerade mal 3 Minuten bis zum „Pelo“. Eine kleine steile mit Schlaglöchern übersäte Gasse hinab. Unten überqueren wir eine tagsüber recht befahrene Strasse und erklimmen einen aus dickem Kopfsteinpflaster und streng nach Urin riechenden Fußweg. Hier stehen nach Einbruch der Dunkelheit 2 Polizisten. Denn rund um Pelourinho ist es nicht ungefährlich. Im Pelo selber ist es sicher. Oben angekommen gehen wir in Richtung „Trommeln“. Und da hörst du und siehst du sie, unglaublich laut mit vielen Menschen drum herum, die sich alle nach der Musik bewegen: OLODUM - ja tatsächlich OlUDUM. Überwältigend, genau wie in diesem Video von Michael Jackson oder wie in zahllosen Einstellungen in „You tube“. Ca 15 Surdos 5 Caixas und 5 Repis. Sambareggae - fetter Sound. Wenn du direkt neben den Musikern stehst ist die Lautstärke ohne Ohrenstöpsel kaum zu ertragen.

Die wechseln in der Altstadt immer wieder, wie bei Umzuegen den Platz dahinter ein Tross Menschen –livedisco eben- mit Vortaenzern, so wie sie bei uns nicht mal in einem Fitnessstudio zu finden sind: sauber austrainiert, kein Gramm Fett auf den Rippen, immer wieder neue Choreografien tanzend und die Menschen dahinter tanzen einfach mit.

Dahinter oder zwischendrin Bierverkäufer, Bauchladenzigarettenverkäufer, Cd-Verkäufer, die alle davon profitiern. Einer von Oludum läuft mit einer grossen Shekere in der Masse mit und sammelt ein bisschen für die Musiker Geld, aber alles nicht aufdringlich. Am Ende des Pulks - 2 ältere Frauen und einige Kinder, die die weggeworfenen Bierdosen wieder einsammeln.

Vorne, die spielen unaufhoerlich immer mit der gleichen Wucht und Praezision. Surdos fliegen staendig gen himmel und tolle Groovewechsel, ein Break besser als der andere.

Wir sind begeistert, aber auch inzwischen recht müde. Wir haben völlig die Zeit verloren sind, ich weiss nicht, wie lange einfach mitgelaufen und schauen, dass wir wieder zurückfinden. Das geht auch alles gut. In unserer Pousada wieder wohlbehalten zurückgekehrt trinken wir bei Beto noch ein Bier, lauschen den Trommeln von gegenüber, wo wir gerade waren und beschließen den ersten Tag Brasilien zu beenden und schlafen mit den Trommeln von OLUDUM ein.