Bloco - Wie alles begann
Sambaformation ,,Bloco Baiano’’ erlebte Geburtsstunde beim ersten „Straßenkunst- und Sambafest“ in Gießen 2000
Bei der Überlegung, wie es mit dem Bloco Baiano eigentlich begann, soll der Name des brasilianischen Musikers und Ausnahme-Percussionisten Dudu Tucci (Berlin/Sao Paulo, Brasilien) nicht unerwähnt bleiben. Durch die Begegnung mit Dudu Tucci und der musikalischen Ausbildung „Raizes do Brazil“ bei ihm, erhielt der Ideengeber und Gründer der Giessener Sambaformation Herbert Elischer, seine Inspiration für dieses Projekt.
Salvador da Bahia
Ganz eingenommen von der Vielfalt und der percussiven Kraft dieser Musikkultur entstand der Wunsch, Land und Leute, und natürlich auch die Musik selbst vor Ort kennen zu lernen. Zusammen mit seiner Frau Ursula wurde für Herbert Elischer dieser Aufenthalt in Salvador da Bahia (1997) nicht nur zum Schlüsselerlebnis in Sachen brasilianischer Straßen-Musik, vielmehr entstand durch eindringliche Begegnungen mit den Menschen eine tiefe Zuneigung für die emotionale Ausdruckskraft und Lebendigkeit dieser Musik. Mit diesem Eindruck im Gepäck und einer großen Sehnsucht im Herzen, entstand bei der Rückkehr ins mittelhessische Gießen der Wunsch, diese Art von Musik auch hier spielen zu wollen.
Die Freude war groß, als einige Zeitungsanzeigen Resonanz zeigten und sich eine Unterrichtsgruppe bildete, die mit ersten Arrangements für das brasilianische Instrumenten- und Percussionsammelsurium experimentierten. Für Instrumente mit klangvollen Namen wie Surdo, Repinique, Timba oder Tamborim galt es nicht nur die entsprechenden Rhythmen, sondern auch die dafür notwendige Spieltechnik zu erlernen. Der Spaß stellte sich dabei sehr schnell ein. Noch mehr reizte es aber, nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern für ein Publikum zu spielen. So entstanden aus den ursprünglichen Unterrichtsgruppen unter anderem eine Auftrittsgruppe, die sich speziell für die verschiedensten Anlässe formierte, um traditionelle und aktuelle Sambabeats auf die Bühne zu bringen, und dabei mit Leidenschaft dem „Sound of Brazil“ nachzuspüren. Um an die Menschen und die Herkunft dieser Rhythmen zu erinnern, gab sich diese Gruppe den Namen „Baiano“ (Einwohner Bahias).
Sambafest Gießen 2000
Das erste „Straßenkunst- und Sambafest“ durfte sich im April 2000 trommelnd, tanzend und jonglierend mit Straßenauftritten in der Innenstadt und einem Straßenumzug durch den Seltersweg der Gießener Bevölkerung vorstellen. Natürlich sollte unter den verschiedenen überregionalen Sambaformationen auch eine heimische Gruppe teilnehmen. Dies war die Geburtsstunde des Bloco Baiano. (Bloco: Große Formation einer afro- brasilianischen Percussionsgruppe) Trotz des unterschiedlichen Backgrounds, von notenunkundigen Anfängern bis hin zu studierten Multiinstrumentalisten, teilten alle Anhänger brasilianischer Musikkultur eine Gemeinsamkeit: Die Begeisterung! In Proben, bei Workshops und im Unterricht wurden Rhythmusarrangements von Dudu Tucci unter Leitung von Sandra Elischer, Markus Reich (Musikerkollegen und Bandmitglieder von Kassadondo – siehe auch www.kassadondo.de) und Herbert Elischer eingeübt. Bei der Zusammenführung dieser Unterrichtsgruppen entstand eine Percussionformation mit über 60 Teilnehmern. Seit nunmehr 12 Jahren trommelt ein musikalischer Kern von etwa 20 Mitgliedern bei Bloco Baiano. In dieser Zeit hat die Gruppe ein Repertoire großer percussiver Bandbreite entwickelt: Afoxé-Rhythmen mit den musikalischen Wurzeln des Candomblé, der für Orixàs (Götter afrikanischer Sklaven) beim Karneval in Salvador gespielt wird. Carioca - Sambagrooves aus Rio de Janeiro und natürlich Samba-Reggae und Samba-Funk.
Muito Axé und bis bald…
Herbert Elischer